Hans Wittwer

Geschichten, die das Leben schrieb

Hirnverletzung und mein anderer Weg

Wie funktioniert «für sich entscheiden?»

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Drei Fragen:

  1. Will ich das tun?
  2. Will ich die Verantwortung für mein Vorhaben übernehmen?
  3. Ist mein Bauchgefühl im grünen Bereich?

Wenn sie alle drei Fragen mit Ja beantworten können, tun sie es. Wenn nicht, lassen sie es. Nein, tun sie, was sie wollen.

Was vorbei ist, ist vorbei. Sich deswegen ärgern? Sich daran aufhalten? Daran herumnörgeln? Deswegen schlecht schlafen? Nein, das bringt nichts, das ist Energieverschwendung. Das ist kein Selbstbetrug, das ist wirklich so. Statt sich zu ärgern und Energie zu vernichten, kann man vergangene Erfahrung einbeziehen, um neue Entscheide zu finden. Das ist sinnvoll. Wenn ich früher explodiert bin und mich drei Tage geärgert habe, explodiere ich heute auch noch und ärgere mich 1 Stunde. Von 72 Stunden Energieverschleiss auf 1 Stunde finde ich gut. Früher ärgerte ich mich gefühlt zehnmal pro Tag, heute noch einmal. Alles eine Frage der Haltung.

Mir fällt auf, dass gemessen und verglichen wird. Die Differenz zwischen zwei Messungen ist ein Mass für den Fortschritt der Genesung und der Beweis für die Krankenkasse, dass die Therapie genützt hat und der Preis dafür in Rechnung gestellt werden darf. Die Messwerte zeigen, ob man noch rentiert. Wer die Schuhe selbst binden kann, ist nicht invalide. Wenn ich mir eine fünfstellige Zahl merken kann, stimmt mein Alter von 57 Jahren. Wesentlich in unserem leistungsorientierten System ist, ob ein Mensch im Wertschöpfungsprozess eingesetzt werden kann oder nicht. Alles andere zählt nicht, das tut weh.

Der Vorteil der Messwerte ist, dass man sie messen kann. Ein messbares System für Buchhalter und Politiker braucht es, sonst werden diese Leute unruhig. Intuition, Gefühl, Empathie oder ähnliche wunderbare Phänomene überfordern unsere Technokraten, weil man das nicht messen kann. Das ist keine exakte und genau messbare Wissenschaft. Was gemessen werden kann, gibt es, was nicht gemessen werden kann, gibt es nicht. «Scho fautsch!» Dass Geld wichtig ist, weiss ich auch. Nur Geld und Zeitdruck und Effizienz und Stress, das kann es doch nicht sein. Verlieren Sie den Mut nicht, selbst einen Weg durch den Gefühlsdschungel zu finden.

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