Hans Wittwer

Geschichten, die das Leben schrieb

Hinweise

Tricksen

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Wie Behörden und Ämter tricksen

Wie die Abteilung für Ergänzungsleistungen in Regensdorf mit mir umgeht, hat mich dazu bewogen, dieses Phänomen näher zu betrachten.

Gedanken

Als ehemaliger vereidigter Gemeinderat und Vorsteher des Sicherheitsdepartements wusste ich, dass Ämter Böcke schiessen. Pflichtbewusst und im Glauben an das Gute, setze ich mich für unsere Mitbürger im Rahmen des Gesetzes ein. Als Mauschler wurde ich betitelt, als ich eine unmenschliche Interpretation einer Regelung zugunsten eines Amtes und zulasten eines Bürgers infrage stellte.

Ein Bauer reklamierte, weil er an zwei Stellen für das gleiche Risiko hätte bezahlen müssen. Einerseits ging es um den Löschwasserbeitrag, den er vollständig hätte bezahlen müssen, weil sein Bauernhaus zur Hälfte im Hydranten-Perimeter steht, und andererseits um den höheren Gebäudeversicherungsbeitrag, den er hätte bezahlen müssen, weil sein Bauernhaus zur Hälfte ausserhalb des Hydranten-Perimeters steht.

Ein seltener Fall, der nicht explizit im Gesetz beschrieben ist und deshalb Fingerspitzengefühl verlangt.

Wir (Bauer, Finanzchef, Statthalter, Feuerwehrkommandant und ich) trafen uns beim Bauernhaus. Der Bauer müsse nur an einer Stelle bezahlen, interpretierte ich. Der Statthalter meinte, das gehe nicht. Wo er im Brandfall das Löschwasser hernehmen würde, fragte ich den Feuerwehrkommandanten. Mit der Motorspritze im nahegelegenen Bach, denn den Hydranten könne er nicht benutzen. Der Statthalter meinte lakonisch: Dass man den Hydranten brauchen können müsse, stehe nicht im Gesetz. Das ist doch implizit drin, oder nicht? Vierzehn Tage später erfuhr ich, dass der Bauer den höheren Gebäudeversicherungsbeitrag und nicht den Löschwasserbeitrag bezahlen müsse. Alle waren zufrieden.

Subsidiär bedeutet «unterstützend», «nachrangig» oder «hilfsweise». Es beschreibt ein Prinzip, bei dem eine Massnahme oder Leistung nur dann greift, wenn primäre Möglichkeiten der Selbsthilfe oder vorrangig Pflichtige nicht ausreichen. Es gilt der Grundsatz: Eigenverantwortung geht vor staatlicher Hilfe («so wenig Staat wie möglich, so viel wie nötig»). Quelle: Wikipedia

Merke: Subsidiär ist nicht Mauscheln, sondern Eigenverantwortung.

Oder der Fall mit dem Postautoverbrenner vom Seeland mit Toten. Die KESB riss die Person an sich und hat nichts gemerkt. Blöd gell.

Oder das Strassenverkehrsamt von Zürich, das von mir ein Arztzeugnis verlangte. Ein Facharzt untersuchte mich, und stellte ein Zeugnis, notabene von mir bezahlter Untersuchung, mit der Beurteilung «uneingeschränkt fahrfähig» aus. Dieses Zeugnis sandte ich dem Strassenverkehrsamt Zürich. Daraufhin liess das Strassenverkehrsamt Zürich das Arztzeugnis vom Universitätsspital Zürich kontrollieren und wollte von mir für diese Lesekontrolle 150 Franken.

Mein Fall

Selbst in Notlage gelangt, weil meine AHV zu knapp ist, erlaubte ich mir, gestützt auf Artikel 12 unserer Bundesverfassung, bei der Gemeinde um Unterstützung anzufragen. Dass es bei Ämtern auf extreme Art menschenverachtend vonstattengeht, hätte ich im Traum nicht gedacht. Vorweg: Unsere Gesetze und die SKOS-Richtlinien sind mir bekannt. Ich finde, dass unsere Erfinder unserer Gesetze diese, basierend auf den Worten, für die ich damals den Eid ablegte, entwickelt und formuliert haben. Die ausführenden Behörden und Ämter hingegen interpretieren unsere Gesetze in brutal menschenverachtender Art und Weise. Die anschliessende Umsetzung ist nicht minder katastrophal.

Wenn man die Frageliste liest, greift man sich unweigerlich an den Kopf. Wenn man daraufhin die Mitarbeiterin fragt, warum derartige Fragen gestellt würden, erhält man die Antwort: Das sei eben so vorgeschrieben. Beantwortet man diese Fragen ohne weiteres, stellen die Mitarbeiterinnen die Antworten infrage und verlangen Beweise für die Richtigkeit der Antworten. Solltest Du die Beweise nicht erbringen können, wird das als Weigerung interpretiert. Selbstverständlich begleitet mit Mahnung und Drohung. Mit anderen Worten: Jede Antwort ist eine Lüge. Ein Richter geht bei Angeklagten grundsätzlich davon aus, dass Angeklagte lügen, und Lügen durch Angeklagte ist erstaunlicherweise straffrei. Ein Zeuge macht sich hingegen strafbar, wenn er lügt. Im Zweifel, ob die Aussage des Zeugen stimmt, verlangt ein Richter nicht etwa vom Zeugen einen Beweis. Nein, er veranlasst die Untersuchung anderweitig selbst, wenn er Grund zu haben vermutet. Aber eben, ein Amt ist kein Gericht, ein Amt ist übermenschlich und steht über dem höchsten Gericht oder so ähnlich.

Sind Trickser am Werk?

Ein Trickser ist eine Figur aus Mythologie, Folklore oder Literatur, die durch Intelligenz, List und Täuschung Normen bricht, Unfug stiftet oder als Kulturheld agiert. Sie treten oft als Gestaltwandler auf, können sowohl hilfreich als auch chaotisch sein und stehen zwischen Ordnung und Chaos. Quelle: Wikipedia

Tricks von Ämtern und Behörden

  1. Auf Zeit spielen.
    Antwort verschleppen und anschliessend Zeitdruck erzeugen.
  2. Zuständigkeit ändern.
    Auf Zeit spielen.
  3. Amateure einsetzen.
    Auf Zeit spielen.
  4. Zeitdruck erzeugen.
    Führt zu Missinterpretationen und wird anschliessend zum Ablehnungsgrund deklariert.
  5. Wir müssen das so machen.
    Mangelnder Selbstzweifel = Verantwortung abschieben.
  6. Misstrauen verbreiten.
    Berechtigt implizit zum grenzenlosen und doppelten Nachfragen.
  7. Missinterpretation.
    Führt zu endlosem Hin und her.
  8. Dem Bürger latent Trickserei unterstellen.
    Siehe Misstrauen verbreiten.
  9. Besuche machen wir nicht.
    Missinterpretationen fördern.

Für jeden dieser Tricks haben die Ämter selbstverständlich passende faule Ausreden entwickelt.

Was läuft wirklich ab?

Dass Mitarbeiterinnen Beweise benötigen, ist klar. Falls ein Bürger nicht beweisen kann? Etwa ein Nichtvorhandensein von einem Vermögensteil oder aus Datenschutzgründen. Wird dieses Nichtbeweisenkönnen als Beweisunwille interpretiert und zum Ablehnungsgrund deklariert? Eine sprichwörtlich ohnmächtige Situation. Oder ein genialer Trick?

Dazu kommt, dass in Not geratene Personen mit Kombinationen nicht sichtbarer Ressourceneinschränkungen konfrontiert sind und deshalb einen Beweis nicht erbringen können, etwa weil:

  1. Finanzielle Mittel fehlen
  2. körperliche Einschränkungen behindern
  3. kognitive Einschränkungen behindern

In den SKOS-Richtlinien sind derartige Einschränkungen berücksichtigt. Doch warum erlebt man das anders?

Hol Dir mal rechtliche Unterstützung, wenn Dir die finanziellen Mittel fehlen oder Du den Weg dazu nicht kennst. Am Arsch bist Du und wirst wie eine Weihnachtsgans ausgenommen.

Dazu ein paar Interviews:

Gibt es zwei Sorten Menschen?

Gibt es taugliche und untaugliche Menschen für den Kapitalismus? Ja, das ist bekannt und schlägt sich in unserem Bundesgesetz, Artikel 12, nieder. Bei der Umsetzung kommen unsere Staatsangestellten hingegen fürchterlich an den Anschlag. Bauern bringen ihre Kühe zum Metzger, wenn sie weniger als fünfundzwanzig Liter Milch pro Tag geben. Warum killen wir untaugliche Menschen nicht? Weil wir das nicht wollen. Warum machen es die Staatsangestellten auf derart subtile Art trotzdem? Weil sie müssen, meinen sie. Weil sie das Gesetz nicht verstehen. Ja, ich weiss, die Staatsangestellten sind nicht schuld, es sind die anderen. Nein! Es sind nicht die anderen, es sind Staatsangestellte, die keine Verantwortung übernehmen wollen, weil sie meinen, das müssten sie nicht. Wer denn sonst?

Und ja, ich weiss, ich bin selbst schuld, dass ich zu wenig Geld habe. Lass mich verhungern, wenn Du den Mut dazu hast.

Du musst Dich wehren! Guter Tipp, danke und bravo, versuchs mal ohne Geld und mit einem Hirnschlag und einer Hemiparese.

Sokrates fand schon Jahre vor Christus heraus: Je mehr wir wissen, desto mehr wissen wir, dass wir nichts wissen. Heute bekannt unter dem Dunning-Kruger-Effekt: «Wir wissen nicht, was wir nicht wissen».

Oder Albert Einstein: Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt.

Wer diese Zusammenhänge nicht kennt, neigt zu Arroganz und Allwissenheit. Da Wissen und Weisheit Zeit benötigen, neigen junge Mitarbeitende zu Arroganz und Allwissenheit.

Mitarbeitende von Amtsstellen sind Ansprechpartner für den Bürger. Wenn diese Ansprechpartner nur den Puck nach hinten schieben, verreckt unser System.

Mit Hirnschlag, und betreutem Wohnen (gegen 10000 Franken pro Monat kann ich mir nicht leisten) habe ich eine Lösung in einem Hotel gefunden. 1800 Franken AHV-Rente und davon 250 Franken pro Monat für die Lebenskosten reichen nicht. Im Gefängnis ginge es mir besser, habe ich gehört.

Fazit

  1. Unsere Gesetze sind Ordnung
  2. Die anmassende Interpretation und Umsetzung durch Staatsangestellte ist menschenverachtend
  3. Das Imperium in Imperio lässt grüssen

Und jetzt?

Wo führt das hin?

Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann hat er sein grosses Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde.
Albert Einstein.


Geld, um Essen zu kaufen und gelegentlich meine Enkel zu besuchen, würde reichen.

Ich zitiere meinen Vater jetzt nicht, aber er hatte offensichtlich recht ...

Nachwort

Vor Jahren habe ich in einem Betrieb mit zweihundertfünfzig Mitarbeitenden mit einem Chef, einem wahrhaftigen «Patron», gearbeitet. Der Patron hat alle Mitarbeitenden persönlich gekannt und jeden Tag persönlich am Arbeitsplatz besucht und begrüsst. Etwa fünfundzwanzig Beschäftigte davon waren unterstützungsbedürftige Personen, denen der Lohn für einen anständigen Lebensunterhalt bezahlt wurde, obwohl sie nicht in der Lage waren, die entsprechende Gegenleistung zu erbringen.

Die Staatsangestellten haben die Schraube derart angezogen, dass die unterstützungsbedürftigen Personen entlassen werden mussten, um den Lohn der übrigen Mitarbeitenden nicht zu gefährden. In der Folge rissen Staatsangestellte die Obhut über die unterstützungsbedürftigen Personen an sich. Unfähig, die notwendige Nähe zu haben, sind sie fleissig daran, alles an die Wand zu fahren.

Die Staatsangestellten bilden sich ein, mit ihrer Methode erfolgreich zu sein. Zieht man die heutige Situation in Betracht, siechen über eine Million der etwa neun Millionen Schweizer in Armut dahin. Das allein zeigt, dass Eure Methode ein Schuss in den Ofen ist.

Was mühe ich mich ab? In der Kommunikationsausbildung habe ich gelernt, dass man keine Lösung findet, wenn der Gesprächspartner nicht will.

Beantragt eine Menschenmetzgerei, wenn ihr den Mut dazu habt.

Der Staat klatscht Dich mit ausgezeichneten und von unserem Geld bezahlten Anwälten hemmungslos wie eine Fliege an die Wand. Du musst sehr viel Geld haben, Dich von hervorragenden Juristen verteidigen zu lassen, falls Du nicht als Fliegendreck an der Wand enden möchtest.

Ist die Schweiz deshalb derart reich? Ist die Verteilung womöglich nicht sehr schlau? Sterchi sagt: Der einzig sinnvolle Steuerfranken ist der gesparte Steuerfranken. Er scheint auf dem richtigen Dampfer unterwegs zu sein?

P. S.: Fühlt Euch glücklich, gesund zu sein. Wer Krankheit erfunden hat, hat nichts studiert. Leute, die nach Vorschrift arbeiten, haben keine kognitiven Constraints, also haben sie keine Verantwortung.

Macht’s gut und nehmt Euch keine Zeit, an meine Beerdigung zu kommen, es gibt nichts zu nehmen. Ich werde mich im Himmel oben mal umsehen …

In letzter Minute

In der heutigen Freitagsausgabe des «Blick» vom 10. April 2026 resümiert Chefredaktor Rolf Cavalli unter dem Titel «Fünf bittere Wahrheiten» seine Einschätzung bezüglich unserer Ämter und Behörden. Es ist bemerkenswert, in welchem Masse dies mit meinen Erfahrungen übereinstimmt. Unter Berücksichtigung der Theorie des Aussterbens des Menschengeschlechts mit humanem Gen kann lediglich die folgende Konklusion gezogen werden: «Du musst in unredlicher Weise handeln, bis zum Äussersten, andernfalls ist Dein Untergang gewiss.» In der Tierwelt scheint das so zu gehen. Ist dies womöglich als legitim zu erachten, in Anbetracht der Tatsache, dass Angeklagte vor Gericht die Freiheit haben, sich ohne Furcht vor Strafverfolgung zu äussern? Die raffinierte Vorgehensweise der Staatsbediensteten besteht darin, dass Personen latent im Anklagezustand gesehen und offenkundig zu Zeugen erklärt werden, damit sie mit staatlicher Unterstützung bestraft werden dürfen. Sich selbst erfüllende Prophezeiungen und eine Schreckensherrschaft stellen die angewandten Strategien dar. Der Kapitalismus scheint an seine Grenzen zu stossen. Das humane Zusammenleben ist zu komplex, um in einem zentralistischen Regelwerk abgebildet zu werden. Ich war zu lange in der IT unterwegs, um dies zu erkennen, und die KI wird es auch nicht richten. Warum steht der Artikel 12 in unserer Bundesverfassung?

Lernt Euch persönlich kennen, redet miteinander.

Wenn alle das Gleiche haben, ist das weit entfernt von gerecht. Ich will nicht das staatlich ermittelte Durchschnittseinkommen eines ähnlich Ausgebildeten, ich möchte mir nur zu trinken und zu essen kaufen und gelegentlich meine Kinder und Enkel besuchen können.

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