Hans Wittwer

Geschichten, die das Leben schrieb

Hirnverletzung und mein anderer Weg

Oft gestellte Fragen

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Frage: «Hast du dich verändert?»
Antwort: aufgrund der Reaktionen anderer Leute wahrscheinlich schon. In mir selbst kann ich das nicht feststellen, weil ich nicht weiss, was ich nicht mehr weiss. Was ich hingegen genau weiss, durch das Coaching habe ich mich einschneidend geändert. Die guten Menschen sind mir heute näher und freuen sich mit mir auf meinen Erfolg. Die weniger guten Menschen haben sich von mir distanziert. Energietechnisch ist das positiv, das passt mir so.

Frage: «Hat dich das konfus gemacht?»
Antwort: Ja, es war schwierig. Es ist unangenehm, wenn ich merke, dass sich etwas geändert haben muss. Mit der geistigen Veränderung umzugehen ist schwieriger als mit der körperlichen Veränderung. Ohne Coaching hätte ich es nicht geschafft. Dass ich das Coaching bei Daniela weiterhin in Anspruch nehme, ist der beste Entscheid, den ich in meinem Leben getroffen habe. Ich führe heute ein freies und glückliches Leben. Wenn ich denke, was ich alles erlebt habe und was mir alles empfohlen wurde, ich könnte in einem Pflegeheim auf das Ende warten.

Frage: «Vergisst du viel?»
Antwort: Das Kurzzeitgedächtnis ist futsch. Entweder schreibe ich es auf einen Zettel oder ich vergesse es. Das Problem war, dass ich vergesse, auf den Zettel zu schauen, auf dem ich es aufgeschrieben habe. Das ist eventuell keine Folge vom Hirnschlag, das haben andere Leute auch. Im Coaching habe ich eine Lösung für dieses Problem gelernt.

Frage: «Tut ein Hirnschlag weh?»
Antwort: weh getan hat es mir nicht. Ich war schwindlig und mir war übel, und ich hatte ein komisches Gefühl im Arm, wie eingeschlafen. Nachher, als sich die Muskeln zusammenzogen, hatte ich tagelang Schmerzen wie ein an- und abschwellender Krampf. Schrecklich. Mit Dehnungsübungen kann ich das in erträglichen Grenzen halten. Das ist nach drei Jahren noch so und ein Bestandteil von mir. Wenn ich unterwegs an einem Geländer Dehnungsübungen mache, schauen manchmal die Leute komisch oder fragen, ob es mir nicht gut gehe. Die seelischen Schmerzen hätte ich ohne fremde Unterstützung nicht ertragen.

Frage: «Was meinst du mit seelischen Schmerzen?»
Antwort: Fragen wie: Was bin ich noch wert? Was soll ich auf dieser Welt? Wer benötigt mich noch? Wann hören die Schmerzen auf? Wann geht mein Bein wieder? Oder die Gedanken: Nie mehr Ski fahren. Kein Geld. Keine Versicherung. Müde und nicht schlafen können. Wegen der Schmerzen kann ich nicht schlafen. Unterschreiben, wenn schreiben nicht mehr geht. Oder die Kommentare: Das habe ich kommen sehen. Verwundert mich nicht. Ich habe es dir doch gesagt. Schlafe nicht den ganzen Tag. Zum verrückt werden!

Frage: «Konntest du noch sehen?»
Antwort: Mein Sehzentrum ist nicht merklich betroffen. Durch die Halbseitenlähmung konnte ich das rechte Auge nicht mehr ausrichten und habe deswegen doppelt gesehen. Heute sehe ich nicht mehr doppelt.

Frage: «Konntest du noch sprechen?»
Antwort: Langsam gelabert wie betrunken. Der rechte Mundwinkel hing runter. Jetzt kann ich wieder sprechen. Die Worte fehlen manchmal, und Personen kenne ich nicht mehr alle. Manchmal weiss ich nicht, ob ich es nicht sagen kann oder ob ich es nicht mehr weiss.

Frage: «Konntest du noch gehen?»
Antwort: Abgesehen davon, dass ich nicht mehr gehen durfte und flach im Bett liegen musste, konnte ich nach ein paar Tagen mit Unterstützung in 5 cm Schritten gehen. Jetzt kann ich wieder langsam gehen. Für einen Kilometer benötige ich etwa 30 Minuten. Laufschritt geht nicht.

Frage: «Konntest du die Hand anwenden?»
Antwort: Nein. Die Hand war vollständig gelähmt. Der Arzt hat mir erklärt, wie ich lerne, meine Hand wieder einsetzen zu können. Das war ein eindrückliches Erlebnis, als die Finger wieder anfingen, sich zu bewegen. Heute kann ich Brot abschneiden und das Glas halten. Schreiben geht für etwa zwei Sätze.

Frage: «Warst du gelähmt?»
Antwort: Die rechte Körperhälfte war gelähmt und ist heute noch teilweise gelähmt. Hemiparese sagt man dem, habe ich gelernt. Der Arm, die Hand und das Bein waren ausser Betrieb. Die Grenze der Lähmung geht haargenau mitten durch den Körper. Bei der Nase fühlt sich der linke und rechte Nasenflügel nicht gleich an. Ich habe das Gefühl, dass eine Folie auf der rechten Körperhälfte klebt. Das Temperaturgefühl ist anders und ich muss aufpassen, dass ich mich nicht verbrenne. Wenn ich mit der linken Körperhälfte zuerst teste, kommt es gut. Die Lähmung rechts ist geblieben. Hintern putzen nach der Toilette geht nicht, das habe ich inzwischen mit der linken Hand gelernt. Hosen anziehen, Socken anziehen, Schuhe anziehen mit dem langen Schuhlöffel, Knöpfe am Hemd oder an der Jacke schliessen und Schuhe binden geht, wenn ich vor der geplanten Aktion Dehnungs- und Lockerungsübungen mache. Vorsichtig duschen in einer Stehdusche geht. Duschen in der Badewanne geht nicht, das ist zu gefährlich.

Frage: «Kannst du wieder schreiben?»
Antwort: Mit dem Computer geht es. Von Hand etwa zwei Sätze, dann bekomme ich ein Durcheinander und die Schrift ist nicht lesbar.

Frage: «Kannst du hören?»
Antwort: Bezüglich hören habe ich keine Veränderung festgestellt. Der Tinnitus pfeift weiter.

Frage: «Kannst du rennen?»
Antwort: Nein.

Frage: «Kannst du schwimmen?»
Antwort: Habe ich bis jetzt nicht ausprobiert.

Frage: «Kannst du Auto fahren?»
Antwort: Ja. Ein- und aussteigen ist schwierig, aber es geht.

Frage: «Kannst du wieder Projekte leiten?»
Antwort: Nein. Das ist vergleichbar mit im dicken Nebel Autofahren. Wenn ich kurz vor dem Signal stehe, sehe ich es schon. Das heisst, ich muss meinem Hirn angepasst langsam denken und das ist für den Normalbetrieb für unseren Breitengrad nicht salonfähig. Jetzt mache ich Sachen, die ich mit reduziertem Tempo noch gut kann und davon gibt es genug. Ich freue mich daran, sagen zu dürfen «Das kann ich nicht mehr», das entlastet mich und gibt mir Raum und Zeit.

Frage: «Wie geht es dir heute?»
Antwort: Es geht mir gut. So frei und entlastet war ich in meinem Leben noch nie drauf. Den Herausforderungen schaue ich gelassen entgegen und bin begeistert von meinem Weg in die Zukunft. Die Schmerzen kann ich selbst mit Bewegung und Dehnungsübungen in erträglichen Grenzen halten. Die Balance kann ich halten, wenn ich ruhig durch den Tag gehe. Coaching und Physiotherapie behalte ich bei, das sind für mich zwei wichtige Pfeiler, um das seelische und physische Wohlbefinden zu erhalten.

Frage: «Hast du Glück gehabt?»
Antwort: Ich denke schon. Es war eine brutal harte Zeit. Diese Lawine überstanden zu haben, benötigte Glück und machte mich robust.

Frage: «benötigst du Coaching und Physiotherapie?»
Antwort: Federer hat auch einen Coach und einen Physiotherapeuten.

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