Hirnverletzung und mein anderer Weg
Oft gestellte Fragen
Frage: «Hast du dich verändert?»
Antwort: aufgrund der
Reaktionen anderer Leute wahrscheinlich schon. In mir selbst kann ich
das nicht feststellen, weil ich nicht weiss, was ich nicht mehr weiss.
Was ich hingegen genau weiss, durch das Coaching habe ich mich
einschneidend geändert. Die guten Menschen sind mir heute näher und
freuen sich mit mir auf meinen Erfolg. Die weniger guten Menschen
haben sich von mir distanziert. Energietechnisch ist das positiv, das
passt mir so.
Frage: «Hat dich das konfus gemacht?»
Antwort: Ja, es war
schwierig. Es ist unangenehm, wenn ich merke, dass sich etwas geändert
haben muss. Mit der geistigen Veränderung umzugehen ist schwieriger
als mit der körperlichen Veränderung. Ohne Coaching hätte ich es nicht
geschafft. Dass ich das Coaching bei Daniela weiterhin in Anspruch
nehme, ist der beste Entscheid, den ich in meinem Leben getroffen
habe. Ich führe heute ein freies und glückliches Leben. Wenn ich
denke, was ich alles erlebt habe und was mir alles empfohlen wurde,
ich könnte in einem Pflegeheim auf das Ende warten.
Frage: «Vergisst du viel?»
Antwort: Das Kurzzeitgedächtnis
ist futsch. Entweder schreibe ich es auf einen Zettel oder ich
vergesse es. Das Problem war, dass ich vergesse, auf den Zettel zu
schauen, auf dem ich es aufgeschrieben habe. Das ist eventuell keine
Folge vom Hirnschlag, das haben andere Leute auch. Im Coaching habe
ich eine Lösung für dieses Problem gelernt.
Frage: «Tut ein Hirnschlag weh?»
Antwort: weh getan hat es
mir nicht. Ich war schwindlig und mir war übel, und ich hatte ein
komisches Gefühl im Arm, wie eingeschlafen. Nachher, als sich die
Muskeln zusammenzogen, hatte ich tagelang Schmerzen wie ein an- und
abschwellender Krampf. Schrecklich. Mit Dehnungsübungen kann ich das
in erträglichen Grenzen halten. Das ist nach drei Jahren noch so und
ein Bestandteil von mir. Wenn ich unterwegs an einem Geländer
Dehnungsübungen mache, schauen manchmal die Leute komisch oder fragen,
ob es mir nicht gut gehe. Die seelischen Schmerzen hätte ich ohne
fremde Unterstützung nicht ertragen.
Frage: «Was meinst du mit seelischen Schmerzen?»
Antwort:
Fragen wie: Was bin ich noch wert? Was soll ich auf dieser Welt? Wer
benötigt mich noch? Wann hören die Schmerzen auf? Wann geht mein Bein
wieder? Oder die Gedanken: Nie mehr Ski fahren. Kein Geld. Keine
Versicherung. Müde und nicht schlafen können. Wegen der Schmerzen kann
ich nicht schlafen. Unterschreiben, wenn schreiben nicht mehr geht.
Oder die Kommentare: Das habe ich kommen sehen. Verwundert mich nicht.
Ich habe es dir doch gesagt. Schlafe nicht den ganzen Tag. Zum
verrückt werden!
Frage: «Konntest du noch sehen?»
Antwort: Mein Sehzentrum ist
nicht merklich betroffen. Durch die Halbseitenlähmung konnte ich das
rechte Auge nicht mehr ausrichten und habe deswegen doppelt gesehen.
Heute sehe ich nicht mehr doppelt.
Frage: «Konntest du noch sprechen?»
Antwort: Langsam gelabert
wie betrunken. Der rechte Mundwinkel hing runter. Jetzt kann ich
wieder sprechen. Die Worte fehlen manchmal, und Personen kenne ich
nicht mehr alle. Manchmal weiss ich nicht, ob ich es nicht sagen kann
oder ob ich es nicht mehr weiss.
Frage: «Konntest du noch gehen?»
Antwort: Abgesehen davon,
dass ich nicht mehr gehen durfte und flach im Bett liegen musste,
konnte ich nach ein paar Tagen mit Unterstützung in 5 cm Schritten
gehen. Jetzt kann ich wieder langsam gehen. Für einen Kilometer
benötige ich etwa 30 Minuten. Laufschritt geht nicht.
Frage: «Konntest du die Hand anwenden?»
Antwort: Nein. Die
Hand war vollständig gelähmt. Der Arzt hat mir erklärt, wie ich lerne,
meine Hand wieder einsetzen zu können. Das war ein eindrückliches
Erlebnis, als die Finger wieder anfingen, sich zu bewegen. Heute kann
ich Brot abschneiden und das Glas halten. Schreiben geht für etwa zwei
Sätze.
Frage: «Warst du gelähmt?»
Antwort: Die rechte Körperhälfte
war gelähmt und ist heute noch teilweise gelähmt. Hemiparese sagt man
dem, habe ich gelernt. Der Arm, die Hand und das Bein waren ausser
Betrieb. Die Grenze der Lähmung geht haargenau mitten durch den
Körper. Bei der Nase fühlt sich der linke und rechte Nasenflügel nicht
gleich an. Ich habe das Gefühl, dass eine Folie auf der rechten
Körperhälfte klebt. Das Temperaturgefühl ist anders und ich muss
aufpassen, dass ich mich nicht verbrenne. Wenn ich mit der linken
Körperhälfte zuerst teste, kommt es gut. Die Lähmung rechts ist
geblieben. Hintern putzen nach der Toilette geht nicht, das habe ich
inzwischen mit der linken Hand gelernt. Hosen anziehen, Socken
anziehen, Schuhe anziehen mit dem langen Schuhlöffel, Knöpfe am Hemd
oder an der Jacke schliessen und Schuhe binden geht, wenn ich vor der
geplanten Aktion Dehnungs- und Lockerungsübungen mache. Vorsichtig
duschen in einer Stehdusche geht. Duschen in der Badewanne geht nicht,
das ist zu gefährlich.
Frage: «Kannst du wieder schreiben?»
Antwort: Mit dem
Computer geht es. Von Hand etwa zwei Sätze, dann bekomme ich ein
Durcheinander und die Schrift ist nicht lesbar.
Frage: «Kannst du hören?»
Antwort: Bezüglich hören habe ich
keine Veränderung festgestellt. Der Tinnitus pfeift weiter.
Frage: «Kannst du rennen?»
Antwort: Nein.
Frage: «Kannst du schwimmen?»
Antwort: Habe ich bis jetzt
nicht ausprobiert.
Frage: «Kannst du Auto fahren?»
Antwort: Ja. Ein- und
aussteigen ist schwierig, aber es geht.
Frage: «Kannst du wieder Projekte leiten?»
Antwort: Nein. Das
ist vergleichbar mit im dicken Nebel Autofahren. Wenn ich kurz vor dem
Signal stehe, sehe ich es schon. Das heisst, ich muss meinem Hirn
angepasst langsam denken und das ist für den Normalbetrieb für unseren
Breitengrad nicht salonfähig. Jetzt mache ich Sachen, die ich mit
reduziertem Tempo noch gut kann und davon gibt es genug. Ich freue
mich daran, sagen zu dürfen «Das kann ich nicht mehr», das entlastet
mich und gibt mir Raum und Zeit.
Frage: «Wie geht es dir heute?»
Antwort: Es geht mir gut. So
frei und entlastet war ich in meinem Leben noch nie drauf. Den
Herausforderungen schaue ich gelassen entgegen und bin begeistert von
meinem Weg in die Zukunft. Die Schmerzen kann ich selbst mit Bewegung
und Dehnungsübungen in erträglichen Grenzen halten. Die Balance kann
ich halten, wenn ich ruhig durch den Tag gehe. Coaching und
Physiotherapie behalte ich bei, das sind für mich zwei wichtige
Pfeiler, um das seelische und physische Wohlbefinden zu erhalten.
Frage: «Hast du Glück gehabt?»
Antwort: Ich denke schon. Es
war eine brutal harte Zeit. Diese Lawine überstanden zu haben,
benötigte Glück und machte mich robust.
Frage: «benötigst du Coaching und Physiotherapie?»
Antwort:
Federer hat auch einen Coach und einen Physiotherapeuten.
