Hirnverletzung und mein anderer Weg
Energien sparen mit Haltung
Die fehlende Tagesstruktur, ein Fressen für Energiefresser. Beliebt auf dem Speiseplan von Energiefressern sind verpasste Termine, liegengebliebene Herausforderungen, nicht geklärte Situationen. Das alles ist schön und gut. Ich habe eine Menge davon. Wenn ich eine schwierige Herausforderung erledige, mache ich Fehler und produziere zwei neue Probleme, dadurch nimmt der Speiseplan für Energiefresser zu statt ab. Was jetzt?
Schön langsam, eines nach dem anderen. Dieser neue Prozess zu lernen und zu üben, dauerte mehr als ein Jahr. Der Umgang mit Herausforderungen ist eine Daueraufgabe. Es macht mir mit jeder gelösten Herausforderung mehr Spass. Was gehört dazu, dass es klappt?
Wenn ich meinen Herausforderungsberg abbauen will, habe ich die Möglichkeit, den Berg nicht so gross werden zu lassen. Ich darf Termine und Herausforderungen nur annehmen, wenn sie mir wichtig sind. Ich darf Herausforderungen ablehnen, wenn sie für mich nicht wichtig sind. Das braucht Mut und Übung. Anfangen, probieren, auf die Schnauze fallen und weiter üben. Wenn ich auf die Schnauze gefallen bin, habe ich dazu gelernt. Nichts wie los und auf die Schnauze fallen.
Damit ich Aufgaben nicht vergesse, habe ich eine Magnetwand und hänge meine Termine übersichtlich und in der richtigen Reihenfolge an die Wand. Damit habe ich mein verlorenes Kurzzeitgedächtnis überlistet. Damit ich nicht vergesse, auf die Wand zu schauen, habe ich die Wand so aufgehängt, dass ich sie gut sehe.
«Stimmt, sie haben recht.» Der Trick ist nicht nur zu wissen, wie es geht, sondern dass man es macht, wie man meint zu wissen. Damit sie Herausforderungen erledigen können, überlegen sie sich, wie sie mit ihrem Gesprächspartner umgehen wollen. Denken sie vor dem Gespräch nach, was sie für ihr Wohlbefinden erreichen wollen.
Sie wollen das, was sie betrifft, selbst entscheiden. Was nun, wenn sie auf eine Meinungsverschiedenheit treffen? Sie haben es nicht gern, wenn ihnen der Gesprächspartner drein redet. Die Person, mit der sie reden, hat es auch nicht gern, wenn sie ihr drein reden. Folglich reden sie von sich und nicht von der anderen Person. Sprechen Sie deutlich, klar und freundlich in einem einfachen Satz, ohne Komma, mit einem Punkt am Schluss. Tönt einfach. Üben, üben, üben.
Ungeklärte Situationen sind eine emotionale Herausforderung und benötigen Vorbereitungszeit. Es geht darum, zu wissen, was sie wollen. Wenn die Lösung nicht eindeutig ist, brauchen sie eine Methode, um im Gespräch die Lösung zu finden. Wie geht das?
Bevor ich aufzähle, was ich gelernt habe, noch ein Wort zum Thema Spielen. Spiele sind Bestrebungen im Gespräch, den anderen zu verwirren und zu verleiten. Mit Spielen boykottiert der Gesprächspartner Lösungen. Wenn der Gesprächspartner spielt oder nicht mitmachen will, eine Lösung zu suchen, geht es nicht. Brechen Sie in diesem Fall das Gespräch behutsam ab und machen Sie einen neuen Gesprächszeitpunkt ab. Wenn der Gesprächspartner nicht einwilligt, vergessen sie die Übung, dann will ihr Gesprächspartner keine Lösung. Wenn sie Zweifel haben, was er von ihnen erwartet, fragen sie ihn. Wenn der Gesprächspartner Dritte vorschiebt, weisen sie das zurück. Teilen Sie ihm mit, dass der erwähnte Dritte mit ihnen direkt Kontakt aufnehmen soll. Eine Lösungsfindung klappt dann, wenn ihr Gesprächspartner gewillt und kompetent ist, eine Lösung gemeinsam mit Ihnen zu suchen und die gefundene Lösung verbindlich genehmigen kann. Wenn das nicht erfüllt ist, ist es sinnlos, Energie für dieses Gespräch einzusetzen.
Früher habe ich meine Gespräche durch meine frühere Haltung selbst boykottiert, indem ich Annahmen getroffen habe, die nicht passten. Im nachfolgenden Beispiel versuche ich zu zeigen, was ich meine.
Beispiel
Ich wollte eine Rentenvorausberechnung machen lassen, ging zum AHV Büro und verlangte das Formular. Die Fragen waren für mich schwierig und ich wollte wissen, was ich eintragen müsse.
Alte Variante
«Was muss ich im Formular eintragen?» «Sie müssen nicht uns fragen,
das müssen sie selbst wissen.»
Ich denke: Die im AHV-Büro haben keine Ahnung, sie möchten mir
nicht helfen und wenn ich nicht lesen kann, bin ich selbst schuld,
die sind frech. Die im AHV-Büro haben Angst und wollen keinen Fehler
machen, darum wollen sie meine Frage nicht beantworten.
«Geht es noch, sie machen ein Formular und wissen nicht, was
da rein muss …» «Sie müssen in Bern fragen.»
Angespanntes Wortgefecht, Abbruch. Kein gutes Gefühl.
Fazit: Machtspiel, weigern, mauern, unschönes Gefühl, Ärger, Frust, Aufgabe ist noch hängig, was jetzt.
Neue Variante
«Ich bin überfordert und benötige ihre Unterstützung.» «Hier würde ich das hineinschreiben und hier das und das da brauchen wir nicht.» Sie können das Formular gleich hier lassen, wir senden es für Sie nach Bern. «Adieu.» «Danke, ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.»
Fazit: Coole Leute, Freude, Aufgabe erledigt.
Früher habe ich dem Gesprächspartner drein geredet, ich habe ihn qualifiziert, das funktioniert nicht. Heute rede ich von mir, das funktioniert. Im Verlauf meines Trainings habe ich gelernt, dass das Denken in diesem Fall nicht klappt. Das, was ich sage, entspringt meinen Emotionen (Gefühlen) und Denken ist ausser Betrieb. Meine Emotionen entspringen meiner Sicht der Situation und meine Sicht der Situation entspringt meiner Haltung. Meine Haltung ist der Ursprung für mein Wohlbefinden. Meine Haltung kann ich mit Denken festlegen und mit üben festigen.
Was wissen wir bis jetzt?
- Ich liebe es nicht, wenn der andere mir drein redet.
- Der andere liebt es nicht, wenn ich ihm drein rede, deshalb rede ich von meinem Anliegen und nicht davon, was der andere tun muss, es sei denn, er fragt mich explizit.
- Ich bin freundlich zum anderen.
- Ich erwarte, dass der andere freundlich zu mir ist.
- Was ich sage, ist meine persönliche Meinung.
- Was der andere sagt, ist seine persönliche Meinung, davon gehe ich aus und darauf verlasse ich mich.
- Wenn mir etwas nicht klar ist, frage ich nach.
- Ich lüge nicht.
- Ich spiele nicht und steige auf Spiele nicht ein.
- Ich sage kurze und klare Sätze.
Ich lege Wert darauf und setze meine Energie sorgfältig ein tue das, was ich selbst will, will, was ich selbst tue, bin selbst verantwortlich für das, was ich tue, lasse mich gegen meinen Willen nicht verleiten, auch dann nicht, wenn ich im Moment keine Lösung sehe, denn ich weiss genau, dass ich eine Lösung finde, wenn ich mir Zeit lasse und suche, verletze meinen Gesprächspartner nicht.
