Hans Wittwer

Geschichten, die das Leben schrieb

Hirnverletzung und mein anderer Weg

Therapien

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Schlafapnoe

Wegen Atempausen während der Nacht kam ich nicht in den REM-Schlaf und war des Tages müde.

Der REM-Schlaf (Rapid Eye Movement), auch paradoxer Schlaf genannt, ist der für unsere geistige Gesundheit entscheidende Schlaf. Unsere Körpertemperatur sinkt, Blut fliesst in unser Gehirn. Quelle: Green Sleep

Schlafapnoe stört den gesunden Schlaf und erhöht das Risiko für einen Hirnschlag. Mit einem Ventilator erzeuge ich einen leichten Überdruck von etwa 15 Millibar und atme damit richtig und erlange dadurch einen gesunden und wirksamen Schlaf.

Was ist Schlafapnoe? Schlafapnoe-Betroffene erleiden pro Nacht bis zu 500 Atempausen. Demzufolge leiden sie an Tagesmüdigkeit und sind vermindert körperlich und geistig leistungsfähig. Die Folgen für die Betroffenen und die Umwelt können gravierend sein, die Behandlung ist schmerzfrei und erfolgreich.

Behandlung der Schlafapnoe: Für eine wirksame Therapie des Schlafapnoe-Syndroms gibt es verschiedene Behandlungsformen. Die bekannteste und wirksamste ist die nächtliche Überdruckbeatmung mit Nasenmaske – die CPAP-Therapie. Quelle: Lungenliga www.lungenliga.ch

Im Schlaflabor hatte ich 81 Aussetzer beim Atmen und jetzt noch etwa 10. Ich merke beim Schlafen keinen Unterschied, weil ich nicht gemerkt habe, dass ich schlecht schlief und die Atmung aussetzte. Mit dem Ventilator fühle ich mich am nächsten Tag viel besser, dieses Gerät gebe ich nicht mehr her.

Physiotherapie

Die Muskeln funktionieren nicht mehr gleich am teilweise gelähmten Bein. Wenn ich keine Dehnungsübungen mache, ziehen sich meine Muskeln langsam zusammen. Das tut sehr weh. Meine Physiotherapeutin hat mir erklärt, worum es geht. Sie hat Erfahrung mit Neuropatienten. Meine frühere Physiotherapeutin hatte die Methoden für «normale» Patienten angewandt. Das waren schmerzhafte Dehnungsübungen und Triggerpunkt Behandlungen. Die damalige Therapeutin hat festgestellt, dass etwas nicht stimmt. Gemeinsam haben wir weiter gesucht und es ist gut gekommen. Bei Beatrice habe ich gelernt, dass Schmerzen die Spastizität (Verkrampfung) fördern. Mentale Überanstrengung, Kälte, Schmerzen und Überlast der Muskeln soll ich vermeiden. Der ungestörte Energiefluss durch den Körper ist wichtig. Es gibt Phänomene, die wirken, und die sind nicht mit einem Manometer oder Fiebermesser messbar. Sanfte Dehnungsübungen machen und nicht an die Schmerzgrenze gehen. Genügend Ruhe. Übungen im Kraftraum mit wenig Last ausführen. Bewegen statt belasten. Schmerzende Hornhaut in der Fusspflege behandeln lassen. Beatrice erklärt mir, warum ich mein Glas in der rechten Hand an die Decke schmeisse, wenn ich erschrecke. Mein Hirn ist nicht mehr in der Lage, durch Schreck (Hund bellt) gestartete Muskelbewegung mit einem Gegensignal zu bremsen. Falls ich auf die Idee kommen würde, auszuprobieren, ob ich noch Ski fahren könnte, dürfte ich nicht allein gehen. Ich weiss nicht, ob ich selbst aufstehen könnte, wenn ich stürzen würde. Ich kann allein nur dann aufstehen, wenn ich eine Hilfe zum Aufstützen habe. Vom flachen Boden aufstehen geht nicht. Im weichen Schnee geht es wahrscheinlich nicht. Radfahren probiere ich nächsten Frühling. Zu Fuss bin ich langsam, aber gut unterwegs. Mit dem Auto und ÖV geht es auch. Rennen geht nicht. Ich bin sehr froh, dass ich die Physiotherapeutin mit Erfahrung mit Neuropatienten gefunden habe. Ohne ihre Künste würde ich mit meiner Teillähmung nicht so gut umgehen können. Ich gehe seit zwei Jahren zu ihr in die Physiotherapie und gehe weiterhin zu ihr in die Therapie. Zu Fuss gehen musste ich wieder lernen. Das rechte Bein darf ich nicht mit den Hüften anheben und nach vorn pendeln lassen, das ist kein guter Plan. Ich musste lernen, mein rechtes Bein so zu bewegen wie früher. Das geht nur in Zeitlupe, aber es geht. Wenn ich das nicht mache, könnten Verschiebungen im Bewegungsapparat weitere Schmerzen in Gelenken auslösen. Für mich ist es wichtig, in die Physiotherapie gehen zu dürfen und rasch zu erfahren, wenn ich schief unterwegs bin, oder zu erfahren, welche Übungen ich machen kann, um neue Schmerzen möglichst zu verhindern. Es gibt Situationen, in denen ich das Problem nicht selbst lösen kann und auf die Kniffe einer guten Physiotherapeutin angewiesen bin.

Beatrice kennt mich jetzt zwei Jahre und unterstützt mich ausgezeichnet. Ich fühle mich nach jeder Therapie erneut in der Lage, mit meiner Teillähmung besser umzugehen.

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