Hans Wittwer

Geschichten, die das Leben schrieb

Hirnverletzung und mein anderer Weg

Gedicht

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Es ist ein Gedicht, wie ich von vier meiner langjährigen Kunden weiterhin rücksichtsvoll und vertrauensvoll behandelt werde und weiterhin für sie im Rahmen meiner Möglichkeiten arbeiten kann. Ohne diese Bereitschaft würde ich es nicht schaffen, meinen laufenden finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Ein Kunde ist weiter entfernt von hier und ich übernachte alle zwei Wochen für zwei Tage im Hotel. Am Anfang war es schwierig für mich, auswärts zu schlafen und mich mit meiner Havarie einigermassen einzurichten. Während der letzten beiden Jahre wurde ich in meinem Hotel ausserordentlich gut betreut. Heidi und Verena erleichtern mir das Leben und den Aufenthalt. Ich darf mein Zimmer am Abreisetag bis nach dem Mittagessen behalten, damit ich meinen geplanten Mittagsschlaf machen kann. Heidi sorgt sich um das Restaurant, das Essen und fragt mich am Mittag «Kommst Du nach Hause zum Essen?» Um 18 Uhr hat Heidi Pause, ich komme auf diese Zeit von der Arbeit und wir essen zusammen. Nach dem Essen besuche ich die Hotelbar und führe lockere, interessante und auch ernsthafte und tiefgründige Gespräche mit Freunden, die gegen Feierabend auf einen Absacker kommen. Zwei Tage vor Weihnachten fühlte ich mich nicht gut. Verena, die Freundin von Heidi, sie war früher Krankenschwester, hat nicht lange gefackelt und hat mich ins Spital in die Notfallabteilung gefahren. «Frau Hertz, sie können auch hereinkommen», sagt die Krankenschwester. Verena kam rein und gab mir beim Abschied ihre Visitenkarte. Ich kannte Verena nicht gut. Auf ihrer Visitenkarte habe ich gelesen, dass sie Bestattungen organisiert. Autsch! Sucht sie Arbeit? In derselben Nacht durfte ich wieder ins Hotel.

Monate später, an einem schönen Sommerabend, sass ich in der Gartenwirtschaft bei einem Sommersalat, kühlem Wasser ohne Gas, es geht mir gut. Ich habe Lust, für Daniela ein Gedicht zu schreiben. Ich nehme ein Blatt und einen Bleistift und fange an.

Gedicht für meinen Engel

Liebe Daniela, du tust mir gut,
ich habe enormes Vertrauen.
Nimm gerade nicht den Hut,
wir wollen noch weiterbauen.

Manchmal eine grosse Freud,
dran bleiben ist das Ziel.
Zwischendurch mühsames Leid,
eins nach dem anderen, nicht zu viel.

Du hast gesagt, es macht Spass,
ich habe gesagt, ich hab dich gern.
Einmal machen wir einen Jass,
gehst nicht weg, bleibst hier in Bern.

Du bist mein Engel, wunderbar,
in meinem Herzen hast Du Platz.
Für die nächsten hundert Jahr,
allerliebster Super Schatz.

So das wärs und jetzt kei Tänz,
einfache Sorge tragen ist der Wert.
Bald kommt die nächst Sequenz,
etwas anderes wird abgewehrt.

Ich möchte dich nicht vermissen,
jetzt geht es besser und ist gesagt.
Und niemals mehr vergessen,
du bist meine Liebste Tag für Tag.

Dir das zu sagen brauchte Mut,
jetzt geh ich schlafen.
Habe ich bei dir gelernt und find ich gut,
und morgen weiterschaffen.

Für meine liebe Daniela
Im August an einem schönen Sommerabend.

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