Hans Wittwer

Geschichten, die das Leben schrieb

Amateurfunk

Wellen

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Zusammenfassung

Funkwellen sind elektromagnetische Wellen, um Informationen drahtlos zu übertragen. Sie sind für das Auge unsichtbar.

Das Wort Mikrowellen ist eine im Volksmund gebräuchliche Bezeichnung und meint Funkwellen zwischen 1 und 300 GHz. In den Normen hat das Wort Mikrowellen hingegen keinen eigenen Platz gefunden.

Der übergeordnete Begriff von Funkwellen ist Hochfrequenz (HF), englisch radio frequency (RF). Er umfasst die Frequenzen von 3 Kilohertz bis 300 Gigahertz, mit den Wellenlängen zwischen einem Millimeter und 100 Kilometern.

Kurz­name Frequenz Wellenlänge
von bis von bis
HF 3 kHz 300 GHz 100 km 1 mm
Hochfrequenzwellen
VLF 3 KHz 30 kHz 100 km 10 km
Längstwellen
LW 30 kHz 300 kHz 10 km 1 km
Langwellen
MW 300 kHz 3 MHz 1 km 100 m
Mittelwellen, MF, AM.
KW 3 MHz 30 MHz 100 m 10 m
Kurzwellen
UKW 30 MHz 300 MHz 10 m 1 m
Ultrakurzwellen, VHF, FM
UHF 300 MHz 3 GHz 1 m 10 cm
Ultrahochfrequenzwellen, Dezimeterwellen.
SHF 3 GHz 30 GMHz 10 cm 1 cm
Superhochfrequenzwellen, Zentimeterwellen.
mmWellen 30 GHz 300 GHz 1 cm 1 mm
Millimeterwellen

Nimm mal zur Kenntnis, dass eine Funkwelle eine Wechselwirkung zwischen einem elektrischen und einem magnetischen Feld ist und sonst nichts braucht und saumässig schnell durch die Gegend saust. Darüber hat der Italiener Guglielmo Marconi irgendwann zwischen 1879 und 1955 gegrübelt und hat damals die drahtlose Telegrafie, auch bekannt als Radio, entwickelt.

Hochfrequenz (HF)

Der übergeordnete Begriff «Hochfrequenz», abgekürzt mit HF, englisch radio frequency, abgekürzt mit RF, umfasst den Frequenzbereich 3 kHz bis 300 GHz, mit dem Wellenlängenbereich 100 km bis 1 mm.

Längstwellen

Längstwellen, Very Low Frequency (VLF), 3–30 kHz, 100–10 km, können Salzwasser bis 40 m durchdringen, deshalb werden Längstwellen gerne für die Kommunikation mit U-Booten verwendet.

Langwellen

Langwellen (LW), long wave oder low frequency (LF), 30–300 kHz, 10–1 km. Langwellen breiten sich hauptsächlich als Bodenwellen aus. Folgen der Erdkrümmung und ermöglichen grosse Reichweiten. Die Raumwellen werden tagsüber fast vollständig von der D-Schicht absorbiert. Langwellen werden auch für Zeitzeichen verwendet.

Mittelwellen

Mittelwellen (MW), medium wave oder medium frequency (MF), 300–3000 kHz, 1000–100 m. Mittelwellen breiten sich als Bodenwellen aus. Reichweite bis zu 300 km. Die Raumwellen werden reflektiert und werden tagsüber von der D-Schicht gedämpft. In der Nacht sinkt die Dämpfung und die Reichweite kann bis über 1000 km ansteigen. Meist amplitudenmoduliert für den Rundfunk, deshalb auch AM genannt. In Europa stark rückläufig.

Kurzwellen

Kurzwellen (KW), shortwave (SW), 3–30 MHz, 10–100 m. Kurzwellen breiten sich als Raumwellen aus. Reichweite 30 bis 100 km. Durch Reflexion ermöglichen Kurzwellen, abhängig von der Tageszeit und der Sonnenaktivität, sehr weite Funkverbindungen. Kurzwellen werden ausgezeichnet reflektiert, auch wieder vom Boden (Multi-Hop), quasi Zickzack rund um die Welt, und ermöglichen deshalb weltweiten Funkverkehr. Kurzwellen werden gerne für Rundfunk, Amateurfunk und Seefunk eingesetzt.

Ultrakurzwellen

Ultrakurzwellen (UKW), Very High Frequency (VHF), 30–300 MHz, 1–10 m. Ultrakurzwellen breiten sich als Bodenwellen geradlinig aus. Reichweiten zwischen einigen 10 und rund 200 km. Die Reichweite ist auf den Horizont beschränkt. Die Raumwellen werden nicht reflektiert. Sporadic-E kann hingegen zu Überreichweiten führen. Frequenzmoduliert (FM) übertragen die Wellen eine höhere Tonqualität.

Ultrahochfrequenzwellen

Ultrahochfrequenzwellen (UHF), Dezimeterwellen, Ultra High Frequency (UHF), 300 MHz – 3 GHz, 10 cm bis 1 m. Dezimeterwellen breiten sich geradlinig aus. Deren Verwendung hat umfangreiche Nutzungsanforderungen.

Superhochfrequenzwellen

Superhochfrequenzwellen (SHF), Zentimeterwellen, Super High Frequency (SHF), 3–30 GHz, 1–10 cm. Zentimeterwellen breiten sich geradlinig aus. Verwendung finden sie für Funknetzwerke, Richtfunk, Radar und Satellitenrundfunk sowie RFID.

Millimeterwellen

Millimeterwellen (mmWellen), millimeter waves (mmWave) oder extremely high frequency (EHF), 30–300 GHz, 1–10 mm. Millimeterwellen bieten geringe Reichweite und erfordern meist Sichtverbindung («Line of sight»). Millimeterwellen werden hauptsächlich für 5G-Mobilfunk, mit einer Datenrate von bis zu 10 Gbit/s sowie für Radarwellen und Nachtsichtgeräte verwendet.

Falls Du das Thema studierst, kommst Du eventuell selber drauf, weshalb Amateurfunker Kurzwellen mögen.

Im nächsten Kapitel wollen wir einen Eindruck bekommen, auf welchem Weg sich Funkwellen ausbreiten.

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