Hirnverletzung und mein anderer Weg
Ist Wirtschaft Ausbeuten, Geld und Sex?
Mein Hauptlieferant war lieb, nett und verständnisvoll, und ich freute mich auf die angekündigte Unterstützung. Die Verhandlungen zogen sich über mehrere Monate dahin, schlaues kam nicht heraus. Es stellte sich heraus, dass der COO andere Gedanken hatte. Er interessierte sich für mein weibliches Personal, flirtete und schrieb ihnen Zeugnisse auf Originalpapier seiner Firma, um meine Leute abzuwerben. Er kommt aus dem Bankgeschäft, inklusive schmutzige Tricks. Er gab vor, eine Zusammenarbeit mit einer anderen Firma vorzubereiten, damit er meine Buchhaltung einsehen konnte. Auf meine Frage, was er wolle, meinte er lakonisch: Ich will deine Kunden, dein Geld und dein Personal. Ich habe ihm meine Meinung dazu im Dialekt erklärt, anschliessend hat er mich aus seiner Firma geworfen. Die Wartungsverträge fakturiert er direkt an meine Kunden, jetzt springen die Kunden ab. Die Kundinnen sind Tussis, sagt er offiziell. Ich bin nicht Partner von seiner Firma, sondern ein Folgeschaden für die Kunden. Wer sein Produkt kauft, sei selbst schuld. Halbtot auf sich herumtrampeln lassen. Das ist ein enttäuschtes, trauriges und gefährliches Gefühl, eine explosive Mischung. Ich fuhr nach Hause und will mit diesem Gauner nie mehr etwas zu tun haben.
Eine andere Geschichte habe ich so erlebt: «Tschou James, wi geits? Ha ghört es gieng dr nid guet. Scho verreckt, wünsche dr ömu de gueti Besserig, häb Sorg u häb di ömu o stiu u nimms nid z‘gäi. Aber wedi scho am Telefon ha, bi mir sötsch no so schnäu wi müglich dr Kompiuter cho flicke, weisch i cha nümm schaffe u när d‘Buechhautig mache. Chasch grad cho?» «Weis doch nid wasi da drzue söu säge.»
Mein Personal hat so reagiert: «Wir entlassen uns und schliessen die Firma.» Wir haben beim Lehrlings Amt schon geschaut, dass der Lehrling eine andere Stelle bekommt. Die anderen haben selbst eine neue Stelle gesucht, damit wir weniger Löhne zahlen müssen.» Ist alles gut und recht. Wenn der Chef mit einem Hirnschlag im Spital liegt, sucht das Personal neue Stellen, dass gar niemand mehr Umsatz generiert. Überraschend. Weil ich nicht arbeiten konnte, machte meine Firma keinen Umsatz. Weil ich keine Taggeldversicherung hatte, hatte meine Firma kein neues Geld. Weil meine Firma kein neues Geld hatte, bekam ich keinen Lohn. Weil ich keinen Lohn hatte, kam ich in Rückstand mit dem Bezahlen. Hätte ich mich selbst betreiben sollen? In dieser Situation hilft dir KEINER.
Eidgenössische Steuerverwaltung: «Senden sie uns die Quartals-Abrechnung.» «Geht nicht, ich kann nicht schreiben.» «Dann soll das ihr Stellvertreter tun.» «Habe keinen.» «Sie sind verpflichtet, einen Stellvertreter zu haben.»
Versicherung: «Sie schulden uns noch 4‘000.- Fr.» «okay, ich zahle die nächsten 8 Monate je 500.- Fr./Monat.» «Nein, die erste Rate muss höher sein.» «Wie viel?» «3000.- Fr.» «Nein, geht nicht.» Ich beginne mit regelmässigen Raten à 500.- Fr. Nach zwei Monaten kommt ein Schreiben von der Versicherung. Wir schlagen Ihnen vor, monatlich 500.– Franken zu zahlen plus 270.– Franken Gebühren für dieses Schreiben. Ich habe reklamiert, die Gebühr von 270.– Franken durchgestrichen, die Vereinbarung unterschrieben und retourniert. Nach der letzten Rate wollte ich den Verzugszinsbetrag wissen. Keine Antwort. Nachgefasst. «Wir können ihnen das nicht sagen, weil wir nicht wissen, wann sie bezahlen.» «Zinseszinsen bezahle ich nicht.» Ich habe den Zins selbst berechnet und die 67.48 Fr. bezahlt. Nach einem Jahr kommt eine Schlussrechnung von etwa 700.- Franken, weil es noch Mutationen gegeben hätte. «Kann nicht sein, ich habe in der erwähnten Periode kein Personal gehabt. Liefern Sie mir das Detail zu dieser Forderung.» Keine Antwort. Betreibung. Rechtsvorschlag.
Greenpeace: «Guten Tag, ich habe einen Hirnschlag erlitten und will meine Ausgaben reduzieren.» Was muss ich tun, damit ich den Beitrag an ihre Organisation nicht mehr entrichten muss?» «Gute Besserung wünschen wir Ihnen.» Sie müssen den Beitrag ab sofort nicht mehr bezahlen. Danke, dass sie angerufen haben, alles Gute und wenn es ihnen wieder gesundheitlich und finanziell besser geht, begrüssen wir sie gerne wieder als Spender.» Sensationell positives Beispiel, gratuliere Greenpeace, eure Haltung ist einwandfrei.
Golfklub: «Guten Tag, ich habe einen Hirnschlag erlitten und will meine Ausgaben reduzieren.» Was muss ich tun, damit ich den Beitrag an ihre Organisation nicht mehr entrichten muss?» «Da hätten sie früher anrufen müssen.» «Wie früher?» «Eben früher.» «Hätte ich den Hirnschlag früher haben müssen?» «Jetzt müssen sie das schriftlich machen.» «Ich kann nicht schreiben.» «Sie müssen es trotzdem schriftlich machen.» «Sie möchten nicht zuhören, schönen Tag.» Später hat sich der Golfklub ungehalten geäussert.
Jetzt könnte ich noch von der AHV, der Steuerverwaltung, anderen Ämtern und Versicherungen, der Bank usw. schreiben. Überall mehr oder weniger das gleiche Spiel. Sie selbst haben weder die Kraft noch die geistige Fähigkeit, solche Aufgaben zu erledigen. Die Organisationen sind so abgestumpft, Ausnahme Greenpeace, dass sie an keinem Gespräch aktiv teilnehmen, die wollen ihr Geld und ihre Ruhe. Nach einem Hirnschlag sind sie mehrfach allein. Sie können nicht und andere interessiert das nicht.
Keine Krankentaggeldversicherung, kein Umsatz, d. h. kein Lohn, was dann? Selbständig kommt von ständig selbst. Arbeiten oder Sozialamt hat man mir in der Höhenklinik erklärt …
